Wo werden meine Audio-Dateien beim Transkribieren gespeichert?
Kurzantwort
Das hängt vom Anbieter ab — und ist die wichtigste Frage. Seriöse EU-Anbieter speichern in deutschen oder EU-Rechenzentren; US-Cloud-APIs in den USA.
Die Frage "Wo liegen meine Daten?" ist seit dem Schrems-II-Urteil des EuGH (2020) und der nachfolgenden Diskussion um das EU-US Data Privacy Framework von 2023 die zentrale DSGVO-Frage geworden — und sie wird von vielen Transkriptions-Anbietern weniger transparent beantwortet als sie sollte.
Die üblichen Varianten:
1. US-Cloud-API (OpenAI, AssemblyAI, Deepgram, Google Cloud Speech). Audio wird in AWS, GCP oder Azure in den USA verarbeitet. Auch wenn der Anbieter EU-Regionen anbietet, kann unter US Cloud Act und FISA 702 ein US-Geheimdienst Zugriff verlangen — dem widerspricht der EuGH in Schrems II. Das EU-US DPF von 2023 schließt die Lücke teilweise, ist aber rechtlich angreifbar (Schrems III-Verfahren läuft).
2. EU-Cloud-Region eines US-Anbieters (AWS Frankfurt, Azure West Europe). Daten liegen physisch in der EU, der Anbieter ist aber US-Konzern. Aus DSGVO-Sicht besser, aber wegen Cloud Act weiter im Graubereich.
3. EU-eigene Cloud (OVH, Hetzner, IONOS). Anbieter und Server in der EU. Klar DSGVO-konform, kein Cloud Act-Risiko.
4. Eigene Server beim Transkriptions-Anbieter. Der Anbieter betreibt seine eigene Infrastruktur in eigenen oder gemieteten Rechenzentren — typischerweise in der EU. Keine Sub-Auftragsverarbeitung an Hyperscaler. Höchste Souveränität.
DeepScript fällt in Kategorie 4: alle Transkriptions-Verarbeitung läuft auf eigener Hardware in Rechenzentren in Falkenstein und Nürnberg (Hetzner). Stripe (Bezahlung) und der E-Mail-Versender sind die einzigen Sub-Auftragsverarbeiter — keiner davon sieht Audio oder Transkripte.
Was du den Anbieter konkret fragen solltest: - Welche Rechenzentren werden für Audio-Verarbeitung genutzt? (Adresse, Land) - Wer ist der Betreiber dieser Rechenzentren? (Sub-Auftragsverarbeiter) - Wer ist die juristische Person des Anbieters (Sitz, Konzernstruktur)? - Gibt es US-Tochterunternehmen, die Zugriff haben könnten? - Wie lange werden Audio und Transkript gespeichert? - Ist der Speicher verschlüsselt? Mit welchem Schlüsselmanagement?
Wenn die Antworten unklar bleiben oder „je nach Auslastung" lauten, ist das ein Warnsignal — DSGVO-Konformität verlangt nachvollziehbare, dokumentierte Antworten.
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